Wenngleich keiner der vielfältigen Luba-Stile als repräsentativ bezeichnet werden kann, so haben sie doch eine große Gemeinsamkeit: Die Weichheit der Linien und die besonders sorgfältige Gestaltung des Kopfes und der Frisur, die meist ausladend nach hinten orientiert ist zur sogenannten Kaskadenfrisur. Die meist ganz oder halb geschlossenen Augen vermitteln den Figuren zudem eine ganz besondere Sinnlichkeit.
"Tochter des Geistes" ist die Übersetzung für diese Schalenträgerin. Ihre Aufgabe bestand darin, dem Medizinmann zu dienen, indem sie im Namen der Geister Opfergaben entgegennahm. Damit fiel Ihr eine sehr bedeutende Funktion zu. Diese lies sich noch zum Orakel steigern, indem eine Ahnenfigur in der Schale hin und her bewegt wurde.
Diese fein gearbeitete Figur einer kienden Frau hat eine seltenere Frisuren-Variante im Stil der Zela, einem kleinen Nachbarvolk der Luba. Darüberhinaus steht ihre gesamte Rückenpartie für die feine handwerkliche Kunst, die hier an den Tag gelegt wurde. Deutliche Gebrauchspuren, die Fehlstellen am Sockel sind auf Insektenfraß zurückzuführen. |