Diese kleine Schönheit aus der Sammlung Kegel-Konietzko stammt aus der südöstlichen Bambare-Region. Tyiwaras aus dieser Gegend sind abstrakter und mehr in die Höhe gearbeitet als ihre naturalistischen Verwandten aus der Bamako-Region. Ferner ist die gestalterische Nähe zu den Ahnenfiguren dieses Stammes deutlich erkennbar.
Die dekorativen Details dieser auf 1940 datierten Aufsatzmaske wurde erneuert, bevor Herr Kegel-Konietzko sie in den 1950ern seiner Sammlung zuführte.
Diese realistisch bis abstrakt gestalteten Aufsatzmasken werden unter dem Begriff
tyiwara, was in der Sprache der
Bambara tyi = Tier, wara = Arbeit bedeutet, zusammen- gefasst. Sie erinnern an den Ursprung des Ackerbaus, als der Legende nach die Antilope den Menschen das erste Getreide schenkte und sie den Feldbau lehrte. Demzufolge werden tyiwaras bei landwirtschaftlichen Feierlich- keiten getanzt. Dabei ist der Körper des Tänzers durch einen Überhang verdeckt, der als Teil der Maske zu verstehen ist. Der vorgebeugte Oberkörper und zwei stützende Stöcke in den Händen runden die Imitation eines vierfüßigen Tieres ab. Die Masken werden immer paarweise getanzt, was sinnbildlich für die Kraft der gemeinsamen Arbeitsleistung von Mann und Frau steht.
Inklusive Original-Etikett des Sammlers aus den 1950ern.
Info-Link:
Boris Kegel-Konietzko