Dieser seltenere Tyiwara-Stil entstammt der Region um im südöstlichen Teil Malis liegende Stadt Bamako, nahe dem Niger und ist ebenfalls Bestandteil der Sammlung Kegel-Konietzko. Bamako-Tyiwaras zählen zu den wenigen großen Ausnahmen der afrikanischen Schnitzkunst, denn sie bestehen immer aus 2 zusammengestzten Teilen, deren Nahtstelle meistens mittels einer Messingschelle am Hals verborgen ist.
Der gestalterische Reiz dieser 1953 in der Nähe des heutigen Sanankoro gesammelten Aufsatzmaske geht zweifelsohne von der gegenüber dem Körper stark betonten Kopfpartie aus und gipfelt in den lang nach hinten gezwirbelten und am Ende zusammenlaufenden Hörnern dieses heiligen Tieres.
Tyiwara bedeutet in der Sprache der Bambara tyi = Tier, wara = Arbeit. Sie erinnern an den Ursprung des Ackerbaus, als der Legende nach die Antilope den Menschen das erste Getreide schenkte und sie den Feldbau lehrte. Demzufolge werden tyiwaras bei landwirtschaftlichen Feierlichkeiten getanzt. Dabei ist der Körper des Tänzers durch einen Überhang verdeckt, der als Teil der Maske zu verstehen ist. Der vorgebeugte Oberkörper und zwei stützende Stöcke in den Händen runden die Imitation eines vierfüßigen Tieres ab. Die Masken werden immer paarweise getanzt, was sinnbildlich für die Kraft der gemeinsamen Arbeitsleistung von Mann und Frau steht.
Inklusive Original-Etikett des Sammlers und Katalog-Nummer.
Info-Link:
Boris Kegel-Konietzko